Chelate (Chelatbildner)

Chelate oder Chelatbildner sind imstande, Gifte und Metalle im Körper zu binden und über die Niere auszuscheiden. Einige Substanzen sind mehr, andere Substanzen hingegen weniger geeignet, Gifte und Metalle aus dem Körper auszuleiten.

Die Chelat-Therapie

Bei der Chelat-Therapie kommen sichere Chelate für die Schwermetallausleitung zum Einsatz. Bei der Verwendung dieser ChelateLaboruntersuchungen verlassen wir uns auf wissenschaftliche Fakten und nachvollziehbare Studien, die die Wirksamkeit der verschiedenen Chelate auf die einzelnen Schwermetalle belegen. Hierbei halten wir uns an das Protokoll und internationale Vorgaben, die einheitlich von den Chelat-Therapeuten eingehalten werden. Ein Schwermetall-Test im Anschluss an die Therapie belegt zudem individuell die Wirksamkeit. So wird mit einem Schwermetall-Test, der im Anschluss an die Therapie durchgeführt wird, die ursprüngliche Belastung mit den Resultaten nach der Therapie verglichen.

Sichere Chelate

Die von Chelat-Therapeuten eingesetzten Wirkstoffe sind hauptsächlich EDTA (Ethylendiamintetraacetat), DMSA (von englisch Dimercaptosuccinic acid, zu deutsch Dimercaptobernsteinsäure) und DMPS (Dimercaptopropansulfonsäure). Diese sind sehr effektiv beim Ausleiten von Schwermetallen aus dem Körper.

Diese Chelate werden verwendet, weil sie einerseits spezifisch und effektiv die Metalle binden, die ausgeschieden werden sollen. Andererseits sind EDTA, DMSA und DMPS in therapeutischen Dosierungen und bei richtiger Anwendung ungefährlich. Manche Chelatbildner können als Kapseln eingenommen werden, andere, wie zum Beispiel EDTA, sind nur mithilfe einer Infusion wirklich effektiv nutzbar.

Was haben Chelate mit Entgiftung zu tun?

Das Wort „Chelat“ kommt aus der griechischen Sprache und beschreibt den Begriff des Greifens oder Klammerns. Ein echtes Chelat umgreift und umklammert also folglich das Metal. Mit anderen Worten geht es eine stabile Bindung mit diesem Giftstoff im Körper ein und begleitet es auf dem Weg aus dem Körper. Hierbei handelt es sich also im klassischen Sinne um eine Entgiftung.

Phytochelatoren

Daneben gibt es noch sogenannte Phytochelatoren wie Algen (z. B. Chlorella) und Pflanzen (z. B. Koriander, auch chinesische Petersilie genannt) und Bärlauch sowie Knoblauch. Diese Phytochelatoren können vom Patienten eigens eingenommen werden. Ihr Einsatz macht aber erst Sinn, wenn das Bindegewebe von den Schwermetallen gereinigt wurde.

Die Vor- und Nachteile von Chlorella

Die chelative Wirkung von Chlorella bspw. ist sehr schwach. Wird mit Chlorella also ausgeleitet, kommt es häufig lediglich zu einer Verschiebung von Schwermetallen im Körper. Dies wiederum führt immer wieder zu starken Nebenwirkungen. Effektiv ist eine Ausleitung nur dann, wenn die Schwermetalle im Körper gelöst werden, stabil gebunden bleiben und letztlich über die Niere ausgeschieden werden. Dies ist bei Chlorella häufig nicht gegeben.

Wann kann Chlorella zum Einsatz kommen?

Chlorella könnte indes im Anschluss an eine abgeschlossene Ausleitung mit EDTA, DMSA oder DMPS gegeben werden. Zu diesem Zeitpunkt ist die Konzentration mit Metallen im Körper sehr gering, da der Patient bereits ausgeleitet wurde. Chlorella sollte in diesem Fall zu keiner Verschiebung von Schwer- und Leichtmetallen im Körper führen, da ja keine Belastung mehr vorhanden ist. Vergiftungssymptome bleiben damit aus. Die Mikroalge dient nun vor allem zum Binden von über die Nahrung aufgenommenen Metallen im Darm. Damit werden die Schwermetalle daran gehindert, vom Darm in das Blutkreislaufsystem aufgenommen zu werden und sich irgendwo im Körper zu deponieren. Auf diese Weise wird mit Chlorella einer neuen Schwermetallbelastung vorgebeugt.

Koriander

Mithilfe von Koriander (spanisch „Cilantro“) kann ebenfalls ausgeleitet werden. Koriander bindet vor allem die Moleküle von Giften und Schwermetallen (in erster Linie Quecksilber) und ist sogar fähig, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden. Dadurch kann es Schwermetalle aus dem Gehirn und anderen Teilen des Nervensystems ausleiten. Dies kann wichtig sein bei Patienten mit neurologischen Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson, ALS oder Depressionen.

Der richtige Zeitpunkt für den Einsatz von Koriander

Die Wirkstoffe des Korianders, die sogenannten Liganden, die sich ausschließlich im frischen Korianderkraut oder aus Koriander gewonnenen Tinkturen befinden (getrockneter Koriander oder die Samen dieses Heilkrautes können keine Entgiftung bewirken), sollten aber erst zum Einsatz kommen, wenn der Körper über EDTA, DMSA oder DMPS bereits ausgeleitet wurde.

Würde Koriander vor einer Ausleitung des Körpers eingesetzt, so käme es bei Öffnung der Blut-Hirn-Schranke zu einer Verschiebung der Schwer- und Leichtmetalle vom Körper durch die offene Blut-Hirn-Schranke in das zentrale Nervensystem (Gehirn und Rückenmark). Dies würde die beabsichtigte Wirkung umkehren und statt einer Entgiftung eine Vergiftung bewirken.

Was hat es mit der Blut-Hirn-Schranke auf sich?

Die Blut-Hirn-Schranke ist eine semipermeable Membran, also eine halbdurchlässige Trennwand. Sie ist damit durchlässig für bestimmte Substanzen. Wird diese Membran durch den Einsatz von Koriander durchlässig für Schwer- und Leichtmetalle gemacht, so sind diese Metalle bestrebt, auf beiden Seiten der Membran einen Konzentrationsausgleich zu erzielen. Mit anderen Worten verteilen sie sich so, dass auf beiden Seiten der Membran die gleiche (toxische) Konzentration vorherrscht. Besteht also ein Konzentrationsgefälle, weil bspw. im restlichen Körper mehr Schwermetalle vorkommen als im Gehirn selber, so diffundieren aufgrund des sogenannten osmotischen Gradienten so lange Metalle vom Körper (höhere Konzentration) in das Gehirn (geringere Konzentration), bis auf beiden Seiten die gleiche Konzentration erreicht ist. Auf diese Weise würde sich der Körper auf Kosten des Gehirns entgiften.

Entgiftung des Gehirns nach einer Ausleitung

Nach einer Schwermetallausleitung hingegen ist der Körper bereits entgiftet. Durch den Einsatz von Koriander würden nun vom Ort der höheren Schwermetallkonzentration (Gehirn und Nervensystem) so lange Metalle durch die offene Blut-Hirn-Schranke in den Körper diffundieren, bis erneut auf beiden Seiten die gleiche Konzentration erreicht ist. Auf diese Weise nun kommt es wirklich zur Entgiftung des zentralen Nervensystems. Die Ausleitung der vom Gehirn in den Körper diffundierten Metalle erfolgt dann wiederum durch die Chelat-Therapie, also Infusionen mit EDTA, DMSA oder DMPS.

Was hat es mit diesen Ausleitungsinfusionen auf sich? Über welche Infusionen kann überhaupt ausgeleitet werden? Welche Präparate zur Ausleitung kommen bei den Infusionen zum Einsatz? Und was ist eigentliche eine akute Schwermetallvergiftung? Oder erfahren Sie typische Quellen für Schwermetalle. Diese Schwermetallquellen sollten Sie meiden.