Schadstoffe in der Wohnung

Ein Großteil der Stoffe, die auf den menschlichen Organismus schädlich wirken, haben es geschafft an einem Ort Einzug zu halten, an dem wir uns am wenigsten vor ihnen schützen können: In unserem Wohnumfeld.

Hier erfüllen sie allerhand sinnvolle Aufgaben, weshalb sie auch von der Industrie hoch gepriesen und als unverzichtbar erklärt werden, aber sie tun dies nur gegen eine Gegenleistung. Ihre geforderte Gegenleistung ist, dass sie von nun an unser ständiger Begleiter sein wollen. Daher scheuen sie sich auch nicht über unsere Atemluft, über die Haut und mit der Nahrung in unseren Körper einzudringen.

Die Liste der verwendeten Schadstoffe ist lang. Wir geben daher hiermit nur einen groben Überblick.

Flammschutzmittel

Flammhemmende Stoffe befinden sich in Polstermöbeln. Die Polstermöbel sind mit synthetisches Schaumstoffen gepolstert. Dadurch werden sie weich und bequem, aber auch leicht brennbar. Daher müssen nun auch ausreichend flammhemmende Stoffe beigefügt werden, damit die Möbel bei dem nächsten Funkenschlag nicht zu einer Gefahr für unser Leben werden. Würde man natürliche Materialien für die Polsterung verwenden, so bräuchte man weniger flammhemmende Stoffe, aber das wäre der Industrie zu teuer.
Auch Elektrogeräte, Teppichböden und Stoffe, die zu Bettbezug oder Schlafanzügen verarbeitet werden, enthalten Flammschutzmittel.

Perfluorierte Chemikalien

Perfluorierten chemischen Verbindungen sind wasserabweisende Chemikalien, die auf Möbeln aufgetragen werden, um Wasser abzuweisen und Fleckenbildungen zu verhindern. Somit kommen sie auch als Beschichtung auf unseren Töpfen und Pfannen zum Einsatz, damit an ihnen nichts haften bleibt. Beim Erhitzen lösen sich diese Verbindungen, v.a. dann wenn diese Schicht zerkratz ist. Somit gelangen sie in unsere Nahrung.

Diese Chemikalien stehen im Verdacht die Fortpflanzungsorgane zu schädigen und Krebs zu begünstigen.

Phenole

Phenole finden zahlreiche Verwendung in Hartplastik. Überall da, wo in unserem Wohnbereich Plastik zum Einsatz kommt, befindet sich häufig Phenole. Ein häufig verwendetes Phenol ist das Bisphenol A.

Bisphenol A befindet sich beispielsweise in den Plastikgehäusen der Elektronikgeräte. Auch in der Küche und den hier zahlreich verwendeten Verpackungen, die wir entweder direkt aus dem Supermarkt mit nach Hause genommen haben, oder die wir uns als schickes Set selbst gekauft haben, um darin unser Getreide und andere Lebensmittel aufzubewahren, findet Bisphenol A (neben den sog. Dichlorphenolen) seine Verwendung. Auch wird es in Kosmetika eingesetzt, die dadurch schäumender oder cremiger werden. Und auch Reinigungsprodukte sind nicht frei von ihnen. Die Beschichtung der Innenseite von Konservendosen enthält ebenfalls häufig Bisphenol A. Man denke hier beispielsweise an Maisdosen, die innen mit solche einer weißen „Schutzschicht“ ausgestattet sind. Hierin befindet sich Bisphenol A. Vor allem wenn der Inhalt der Konserve säurehaltig ist, gelangen diese Substanzen in unser Lebensmittel. Die Industrie verwendet jährlich hunderttausende Tonnen dieser Substanzen.

Bisphenol A soll Störungen des Hormonsystems hervorrufen. In Zeiten, in denen immer mehr Männer und Frauen unfruchtbar werden, ist solch eine übermäßige Verwendung im Haushalt kritisch zu betrachten.

Phthalate

Phtalate finden zahlreiche Verwendung in Weichplastik. Einsatzgebiete hierfür reichen von dem Baumaterial in unserem Haus bis in das Kinderzimmer unserer Kinder (z.B. Spielzeug). Auch in unseren Kleidungstücken (z.B. die Knöpfe an unserer Bluse) und in der Küche (z.B. die Unterseite der Deckel von Glasgefäßen, wodurch unsere Lebensmittel luftdicht verschlossen werden können) finden sie ihren Einsatz.

Parabene

Parabene kommen als Konservierungsmittel in unseren Kosmetika zum Einsatz. Dadurch bleiben sie lange „frisch“ und verändern sich nicht unangenehm, auch wenn sie jahrelang Platzhüter in unseren Schränken sind.

Sie stehen ebenfalls im Verdacht Hormonstörungen hervorzurufen.

Triclosan

Dieser antibakterielle Wirkstoff kommt häufig in Reinigungsprodukten zum Einsatz, z.B. in Seifen und Zahnpasten.

Triclosan ruft Lebensmittelallergien hervor.

Was kann man tun?

  • Die Dosis macht das Gift

Dieser Ausspruch ist uns gut bekannt. Mit anderen Worten bedeutet das, dass je größer die Schadstoffbelastung ist, desto größer ist auch der toxische Effekt auf den Menschen. Daher sollten Lebensmittel, so frisch und natürlich wie möglich eingekauft werden, um die Chemikalien zu vermeiden, die beim langen Transport und der aufwendigen industriellen Herstellung anfallen. Diese sollten dann nur in natürlichen Materialien (z.B. Glasbehältern) bei uns zu Hause gelagert werden.

  • Schutz des Nachwuchses

Nun ist es aber so, dass es noch weitere Gesetzmäßigkeit gibt, die wahrscheinlich einen noch viel stärkeren Einfluss auf die Giftigkeit einen Stoffes haben, als allein die Dosis der verwendeten Chemikalien für die Herstellung eines Lebensmittels. Ein viel stärkeren Einfluss, wie eine Chemikalie auf den menschlichen Organismus wirkt, ist vermutlich der Zeitpunkt der Aufnahme. Man geht davon aus, dass eine Aufnahmen von Chemikalien, in der Fetalzeit oder frühen Kindheit, die weitreichendsten Konsequenzen aufweist. Daher sollten gerade in der Schwangerschaft und den ersten Lebensjahren auf eine gesunde Ernährung (z.B. biologische, unverarbeitete Lebensmittel und keine Fertigprodukte) geachtet werden und Umweltgifte reduziert werden (z.B. durch natürliches Spielzeug, welches dahingehend geprüft wurde).

  • Deine Nahrung, deine Medizin

Hippocrates sagte, „Lass deine Nahrung Medizin und deine Medizin Nahrung sein.“ Heute ist die Nahrung, die uns die Industrie in allen Farben und Formen anbietet, eher zu unserem Gift geworden. Beim Anbau, der Herstellung, Haltbarmachung und dem Transport werden eine Vielzahl von Chemikalien verwendet. Daher sollte man auf naturbelassene, biologisch angebauten, regionale Produkte zurückgreifen. Wenn ein Frischeprodukt (z.B. ein Brot) nicht nach einigen Tagen anfängt zu schimmeln, dann enthält es nicht mehr viel Leben und kann daher auch kein Leben geben, bzw. keine lebensspendenden Stoffe.

  • Gute Luftzirkulation

Diese Welt trägt Luft im Überfluss, daher sollten wir unseren Wohnbereich darin nicht limitieren. Eine Umgebung, die seit mehreren Stunden die gleiche verbrauchte Luft aufweist, ist kein natürlicher Zustand. Die Körperzellen müssen darunter leiden, da wir unserem Körper Sauerstoff vorenthalten und immer wieder die gleiche verbrauchte Luft anbieten. Zum Anderen ist diese Luft reich an den Chemikalien, die unsere Möbel ausgedünstet haben. Belüftung evakuiert diese Chemikalien.

  • Richtiges Reinigen

Zu einer guten Zirkulation gehört auch das richtige Reinigen der Räume. Es heißt „Staub wischen“ und nicht „Staub fegen“. Mit einem trockenen Putzlappen daher Staub in der Wohnung zu verteilen, und damit auch die im Staub gelösten Chemikalien, ist keine gute Lösung.

  • Natürliche Materialien

Plastikbehälter, Pfannen mit Antihaftbeschichtung, Lebensmittel mit einem Übermaß an Verpackungen und zahlreichen künstlichen Zusatzstoffen (in der Zutatenliste jeweils mit „E“ und dann einer dreistelligen Zahl gekennzeichnet) sollten gemieden werden.