Ernährung

Der menschliche Organismus ist abhängig von Nährstoffen. Diese werden benötigt, um den Energiebedarf aufrecht erhalten zu können und um untergegangenes Körpergewebe zu ersetzen. Das hat viele Autoren zu der Aussage verleiten lassen, dass der Mensch ist, was er isst. Das heißt, dass wir aus dem aufgebaut sind, was wir täglich über die Nahrung zu uns nehmen. Diese bekannte Redewendung stellt für viele Menschen unserer Wohlstandsgesellschaft ein Problem dar. Denn unsere Ernährungsgewohnheiten haben sich in den letzten Jahrzehnten drastisch verändert. Es gibt Nahrungsmittel, die mehr oder weniger für uns geeignet sind: Nahrung, die gesund oder nicht gesund für uns ist.

Obst und Gemüse

Es gibt viele Studien, die darauf hinweisen, dass Obst und Gemüse auf den menschlichen Organismus einen besonders gesundheitsfördernden Effekt haben. Demnach sind es vor allem die Mineralien, Vitamine und Enzyme in Früchten und Gemüse, die für uns unentbehrlich sind. Außerdem haben sie einen reinigenden Effekt auf das Blut und dem Verdauungstrakt. So sagt man dem Obst eine reinigende und dem Gemüse eine aufbauende Funktion nach.

Saaten, Nüsse und Getreide

Saaten, Nüsse und Getreide haben einen positiven Effekt auf unsere Gesundheit. Sie sind eine hervorragende Quelle für lebenswichtige Eiweiße, ungesättigten Fettsäuren, Mineralien, B-Vitaminen, Vitamin E und stellen die beste Herkunft für Lecithin dar.

Keimen steigert den Wert

Die gesundheitsfördernde Wirkung der Saaten und Getreide können noch erheblich durch das Keimen gesteigert werden. Wird einer Saat Wärme und Feuchtigkeit zugefügt, so beginnt diese zu keimen. In der Saat gehen nun Prozesse vor sich, welche diese Saat befähigen soll, neues Leben entstehen zu lassen. Es verändert sich der Nährstoffgehalt dieser Saaten. Manche enthalten nach dem Keimen alle essenziellen Aminosäuren, obwohl sie diese vorher nicht besaßen. Vitamine, darunter auch die wichtigen B-Vitamine sind nach dem Keimen stärker vertreten als zuvor. So erhöht sich beispielsweise der Vitamin C Gehalt bei vollem Hafer nach dem Keimen von 11 mg auf 42 mg innerhalb von 120 Stunden oder bei getrockneten Erbsen von 0mg auf 86 mg Vitamin C innerhalb von 96 Stunden.

Zum Keimen eignen sich besonders Weizen, Mungobohnen, Alfalfa und Sojabohnen, da sie zu den Keimlingen gehören, die die höchsten Nährstoffzuwächse nach dem Keimen aufweisen.

Biologischer Anbau

Da es als wissenschaftlich erwiesen gilt, dass die Länge des Lebens und die Gesundheit in direkter Beziehung zu der Natürlichkeit der Nahrung stehen, die wir zu uns nehmen, sollte die Nahrung so natürlich, biologisch und vollwertig wie möglich sein. Zudem sollte sie auf besonders fruchtbaren Böden und möglichst in der regionalen Umgebung wachsen. In der Saison angebaut und verzehrt- bedeutet eine Wohltat für die Gesundheit. Denn viele Untersuchungen haben ergeben, dass biologisch angebaute Nahrungsmittel mehr Vitamine, Mineralien und Enzyme und zudem noch krebshemmende Stoffe enthalten.

Ohne Zusätze

Am besten kann der Körper mit Nahrungsmitteln umgehen, denen nichts entzogen, nichts hinzugefügt und die nicht mit chemischen Düngern oder „Pflanzenschutzmitteln“ bearbeitet wurden. So hat beispielsweise Dr. Josephs Evers mit seinen Untersuchungen gezeigt, dass heutige Nahrungsmittel durch falsche agrarwirtschaftliche Verarbeitung und chemischer Zusatzstoffe über 2000 Substanzen enthalten, mit denen der Körper schlecht umgehen kann, da sie dem Organismus fremd sind. Zum großen Teil ist noch nicht einmal geklärt, welche Wirkung diese Stoffe im Einzelnen haben, geschweige denn, welche Wirkung durch die Kombination dieser Stoffe zu erwarten ist.

Signale des Körpers

Hungergefühl ist die Methode des Körpers, uns darauf hinzuweisen, dass Nahrung eingenommen werden sollte, um Energiereserven und Gesundheit aufrechtzuerhalten. Dabei sollte wirklich nur dann, wenn auch Hungergefühl besteht, Nahrung zu sich genommen werden, da nur zu diesem Zeitpunkt genügend Verdauungsenzyme vorhanden sind, um die Nahrung auch verdauen zu können.

Häufig werden diese Signale nicht beachtet und Blähungen, Völlegefühl, Verstopfung, Unwohlsein und Übergewicht sind die Folgen. Zudem können die in der Nahrung enthaltenen Nährstoffe nicht so gut verwertet und ins Blut überführt werden, sodass ein großer Teil der Inhaltsstoffe den Körper wieder ungebraucht verlässt.

Größere Ausbeute

Vitamine, Mineralien, SpurenelementeEs gibt Hinweise, die dafür sprechen, Nahrungsmittel möglichst in ihrer natürlichen Form zu sich zu nehmen. So zerstört Kochen beispielsweise viele Vitamine, wäscht Mineralien heraus und verändert die Struktur von Eiweißen und Fettsäuren und macht sie teilweise unverdaulich und daher dem Körper nicht zugängig. Fast alle Enzyme werden ab einer Temperatur von über 42° C zerstört. Man geht davon aus, dass der menschliche Organismus über 600 Enzyme benötigt, um die Stoffwechselvorgänge im Körper aufrechterhalten zu können. Kochen zerstört alle dieser 600 Enzyme. Es wurde demonstriert, dass nur die Hälfte der Eiweiße aus der Nahrung benötigt wurde, wenn diese aus Rohkost, anstatt aus Gekochtem bestand.

Einige Beispiele

Gemüse verliert durchschnittlich 40- 60% seines Vitamin C Gehalts, wenn es nach den konventionellen Methoden gekocht und zubereitet wurde. Aufbereitung in einer Mikrowelle kann dagegen bei einigen Nährstoffen zu einem Verlust von 100% führen. Auch Mineralstoffe können so verändert werden, dass sie dem Körper nicht mehr in ausreichender Menge zur Verfügung stehen. So kann beispielsweise Eisen durch Erhitzen in seine anorganische Form überführt werden. Das bedeutet, dass weniger von diesem Eisen aufgenommen werden kann.

Daher praktische Tipps:

  • Essen Sie ballaststoffreich
    – ballaststoffreiche Nahrung führt zu einer langsameren Aufnahme der Nährstoffe ins Blut, sodass dem Körper über längere Zeit Nährstoffe zur Verfügung stehen. Zudem beansprucht ballaststoffreiche Nahrung mehr Platz im Magen, sodass das Sättigungsgefühl früher eintritt und zudem länger anhält.
  • Kauen Sie gründlich
    – Gutes Kauen regt die Verdauungsdrüsen im ganzen Körper an. Es kommt zur Freisetzung aller Verdauungssäfte. Dadurch wird die Ausbeute an Nährstoffen, die der Körper aus der Nahrung herausholen kann, erhöht.
  • Essen Sie nur in entspannter Atmosphäre
    – Eine hektische Atmosphäre, Stress, Aufregung, Ärger, Sorgen oder Krankheit behindern die Verdauungsvorgänge. Eine entspannte und glückliche Atmosphäre dagegen verbessert die Verdauung und damit die Aufnahme der verdauten Nahrungsstoffe.
  • Trinken Sie nicht mit dem Essen
    – Wasser und andere Getränke verdünnen die Verdauungssäfte, vermindern den Speichelfluss und verzögern somit die Verdauung. Aus diesem Grund kann es zu Blähungen und Völlegefühl kommen, da die Nahrung- solange sich die Flüssigkeit im Verdauungstrakt befindet, nicht verdaut werden kann und dies Gärungs- und Fäulnisprozesse zur Folge hat.
  • Trinken Sie zwischen den Mahlzeiten
    – Auf diese Weise gewähren Sie dem Verdauungstrakt eine gesonderte Zeit, sich mit der Aufnahme von Flüssigkeit zu beschäftigen und stören damit nicht die Verdauungsvorgänge.
  • Essen Sie zum Frühstück ihre kalorienreichste Mahlzeit
    – Kalorien, die früh am Tag eingenommen wurden, werden schneller verbrannt als Kalorien, die am Abend eingenommen wurden. Dies verhindert eine Anlagerung dieser Kalorien in Form von Fett und macht Sie durch die zusätzliche Energie, die Ihnen zur Verfügung steht, leistungsfähiger.
  • Nehmen Sie zum Abend nur leichte Kost zu sich
    – Häufig ist eine zu nah an der Schlafenszeit eingenommene Mahlzeit noch nicht bis zum Schlafengehen verdaut. Dies führt zu einem unruhigen Schlaf, raubt die Energie, die eigentlich zur nächtlichen Regeneration vorgesehen ist. Außerdem können Verdauungsvorgänge in der Nacht im Zusammenhang mit Unausgeglichenheit am nächsten Tag stehen und den Appetit auf das Frühstück vermindern.
  • Mischen Sie nicht zu viele Nahrungsmittel zusammen
    – Jedes Nahrungsmittel bedarf einer unterschiedlichen Zusammensetzung an Enzymen. Zu viele Nahrungsmittel zu einer Mahlzeiten führen zu einer weniger effektiven Verdauung. Da der Körper Nährstoffe speichern kann, müssen wir diese nicht alle mit einer Mahlzeiten aufnehmen, sondern können sie ohne Weiteres über den Tag verteilt zu uns nehmen.
  • Vermeiden Sie Früchte und Gemüse zu einer Mahlzeit
    -Diese Kombination wird häufig nicht vertragen, da Früchte und Gemüse zur Verdauung vollkommen verschiedene Enzyme benötigen, und daher Blähungen häufig die Folge sind.
  • Essen Sie zu ihren Mahlzeiten immer etwas frisches Obst oder Gemüse bevor Sie das Gekochte zu sich nehmen
    -Dr. Kouchakoff aus der Schweiz hat in über 300 Experimenten gezeigt, dass Gekochtes oder industriell verändertes Essen zu einer doppelten oder dreifachen Vermehrung der Weißen Abwehrzellen direkt nach Nahrungsaufnahme führt. Eine solche Vermehrung ist normalerweise typisch bei einer Infektion oder Krankheit. Wurde vor der Aufnahme des Gekochten, frisches Obst oder Gemüse zu sich genommen, trat diese Vermehrung nicht auf.
  • Essen Sie so vollwertig und natürlich wie möglich
    -Natürliche Nahrungsmittel enthalten in sich alle Stoffe, die für dessen Verdauung benötigt werden. Bei raffinierten Nahrungsmitteln dagegen müssen die Stoffe, die nicht mehr in diesen Lebensmitteln enthalten sind, aus dem Körper mobilisiert werden. Dabei handelt es sich vor allem um die Mineralien, die der Körper nun bereitstellen muss, da die Lebensmittel, diese nicht mehr ausreichend enthalten. Da wir große Mineralstoffdepots in den Knochen und Zähnen haben, werden aus diesen Depots Mineralien herausgelöst und Osteoporose und Karies entstehen.
  • Essen Sie vor allem basisch wirkende Nahrungsmittel
    -Basisch wirkende Nahrungsmittel erhöhen die Resistenz gegenüber Krankheiten und verkürzen die Zeitspanne des Heilungsprozesses. Alkalisch wirkende Nahrungsmittel sind praktisch alle Früchte und Gemüse und einige Getreidearten wie Reis, Hirse, Buchweizen, Amaranth und Quinoa.