Ursache Reizdarm – der neue Verdächtige

Reizdarmsyndrom

Das Reizdarmsyndrom gehört zu den häufigsten gastroenterologischen Krankheitsbildern. Nahezu 50 % aller Patienten mit Magen-Darm-Beschwerden leiden unter einem Reizdarmsyndrom. Das ist jeder zweite Patient der über Beschwerden im Magen-Darm-Bereich klagt.

Frauen sind etwa doppelt so häufig verschreibungvom Reizdarmsyndrom betroffen als Männer. Das vorwiegende Erkrankungsalter liegt zwischen dem 20. bis 40. Lebensjahr. Das Reizdarmsyndrom ist dabei eine funktionelle Störung, bei der die klassischen in der Medizin erhobenen Parameter unauffällig sind. Mit anderen Worten spricht man von einem Reizdarmsyndrom, wenn sämtliche andere Ursachen für Magen-Darm-Beschwerden ausgeschlossen werden können. So dürfen folgende Befunde nicht erhoben werden können:

  • Gewichtsverlust
  • Entzündungszeichen
  • Blut im Stuhl
  • Pathogene Keime
  • Krebs
  • Geschwüre
  • Divertikel

Die Diagnose für ein Reizdarmsyndrom wird also durch Ausschluss dieser Befunde erhoben.

Wann spricht man von einem Reizdarmsyndrom?

Zu den typischen Beschwerden eines Reizdarmsyndroms gehören die Trias:

  • Bauchschmerzen

Die Bauchschmerzen können hierbei dauerhaft oder wiederkehrend sein. Sie nehmen häufig nach dem Stuhlgang ab.

  • Stuhlunregelmäßigkeiten

Hierzu zählen häufig Verstopfung und Durchfall im Wechsel. Generell sind aber neben der Stuhlfrequenz auch die Stuhlkonsistenz verändert.

  • Blähungen

Neben der Neigung zu starken Blähungen besteht auch ein Spannungsgefühl in der Bauchgegend.

Mögliche wahre Ursache für ein Reizdarmsyndrom

Häufig lassen sich bei Patienten mitdarmbakterien einem Reizdarmsyndrom hingegen eine Verschiebung der Darmflora und ein Leaky-Gut-Syndrom nachweisen. Diese Parameter werden aber fast nie bei Patienten mit einem Reizdarmsyndrom mit untersucht, da die Bedeutung dieser Darmerkrankungen in der klassischen Schulmedizin vernachlässigt wird. Gerade diese Patienten neigen dann zu einer Verbesserung ihrer Beschwerden, wenn die Dysbiose und das Leaky-Gut-Syndrom behandelt wurden.

Auch weisen neuere Studien den Zusammenhang eines Reizdarmsyndroms mit einer Verschiebung der Darmflora und ein Leaky-Gut-Syndrom auf.

Ebenfalls zeigen Untersuchungen, dass die Einnahme von Probiotika einen günstigen Effekt auf die Darmflora und Darmbewegung haben. Zudem senken Probiotika die erhöhte Darmpermeabilität. Beim Reizdarmsyndrom haben sich verschiedene Bakterienstämme bewährt. Dazu gehören die Bifidobakterien (unter anderem Bifidobacterium lactis und Bifidobacterium bifidum), Lactobazillen, Escherichia coli und Enterokokken (unter anderem Enterococcus faecalis). Auch sollen Bifidobakterien entscheidend an der Schmerzlinderung beteiligt sein.

Empfehlenswerte wäre daher ein gezielter Test auf die Darmflora, um den Zustand der bakteriellen Besiedlung des Darms einschätzen zu können. Auch sollten die Parameter untersucht werden, die auf ein Leaky-Gut-Syndrom, also auf eine zu starke Durchlässigkeit der Darmwand hinweisen. Dann sollte nach genauer Befundlage ein Darmaufbau im Sinne einer Darmsanierung erfolgen, um den Darm wieder abzudichten und eine gesunde Flora im Darm zu etablieren.

Kontaktieren Sie uns falls Sie dazu Fragen haben. Mehr über die Aufgaben der Darmflora können Sie hier erfahren.