Wie wirkt ein Darm-Einlauf?

Ein Einlauf spült zunächst ältere Kotreste aus dem Darm. Es kann einige Anwendungen dauern, bis diese Kotreste sich von der Darmwand lösen und dann bei einem Einlauf erscheinen.

Gleichzeitig wird damit vielen Dickdarmschädlichen Mikroorganismen die Ernährungsgrundlage entfernt. Somit kann sich langfristig eine gesunde Darmflora regulieren. Ebenfalls kommt es Regeneration der Darmschleimhäute, die von einem gesunden Milieu profitieren. Außerdem wird durch einen Einlauf die Darmperistaltik aktiviert. Dies verkürzt den Aufenthalt des Stuhls im Darm und reduziert damit die Rückvergiftung des Organismus.

Durchführung:

Mini-Klistiere eignen sich – wie der Name schon sagt – besonders für kleine Einläufe, bei denen nur wenig Wasser in den Darm geleitet wird (höchstens 0,5 Liter). Diese eignen sich gut zur Darmentleerung, wenn nicht viel Wasser in den Darm gebracht werden soll. Wenn aber die darmreinigende Wirkung im Vordergrund stehen soll, dann sollte ein Irrigator verwendet werden.

Bei einem Irrigator handelt es sich um einen Flüssigkeitsbehälter, der bis zu 2 L Wasser fassen kann und zur Ausleitung des Stuhl mit reinigender Wirkung auf den Darm geeignet ist. Durch die Menge des Wassers, die eingeleitet werden und für einige Minuten nach Einleitung auch gehalten werden sollen, werden höhere Dickdarmabschnitte erreicht. Je nach Zuführung von Stoffen in das einzuführende Wasser, ergeben sich noch therapeutische oder Gifte bindende Wirkungen.

Zusatzstoffe:

Als Zusatzstoffe können bsw. Bentonit verwendet werden, mit dem man Bentonit-Wasser herstellt.

Bentonit-Wasser ist Wasser, in das pro Liter 2 Esslöffel Bentonit gerührt werden. Bentonit resorbiert Gifte aus dem Darm, verbessert das Darmmilieu und fördert somit die Genesung einer gesunden Darmflora.

Als Kräutertee eignet sich z. B. Kamillentee, der den Darm beruhigt und gleichzeitig leicht entzündungshemmend wirkt. Auch Leinsamentee lindert Entzündungen im Darm. Leinsamentee ist jedoch kein echter „Tee“. Es handelt sich um die Einweichflüssigkeit von Leinsaat. Man weicht also 3 Esslöffel ganze Leinsamen in reichlich Wasser ein. Nach einer Stunde füllt man mit so viel Wasser auf, damit man die gewünschte Menge erreicht und gießt die Leinsamen ab. Man verwendet also nur die schleimige Flüssigkeit und nicht die eigentlichen Samen.

Einlaufposition:

Bei der „traditionellen“ Einlaufposition kniet man auf allen Vieren auf dem Boden. In dieser Position kann man sich sehr gut selbst den Einlauf geben und die Flüssigkeit kann sehr leicht in den Darm fließen.

Für Menschen mit Knieproblemen, Rückenbeschwerden oder sonstigen körperlichen Einschränkungen bietet sich aber auch die Seitenlage an. Dazu liegt man auf der linken Körperseite und reibt den Bauch gegen den Uhrzeigersinn. Somit erreicht das Wasser auch die höheren Darmabschnitte. Die Reibung des Bauches unterstützt zudem, dass sich Kotreste durch die Verwirbelung des Wassers lösen.

Auch sollte bedacht werden, dass man nach der Verabreichung des Einlaufes oftmals relativ schnell zur Toilette muss und man sich infolgedessen an einen Ort platzieren sollte, der nicht allzu weit davon entfernt ist.

Auch sollte die Möglichkeit bestehen, den Einlaufbehälter erhöht anzubringen, denn nur, wenn der Behälter höher hängt als man selbst kniet oder liegt, kann die Flüssigkeit in den Darm fließen.

Umsetzung vor Ort:

Der Irrigator wird nun also an einen erhöhten Ort gehängt (z.B. Türklinke, Handtuchhaken o. ä.). Dann fettet man das Darmröhrchen mit einer gleitenden Creme oder etwas Öl ein. Um Luft aus dem Schlauch zu lassen, dreht man den kleinen Hahn vor dem Einführen kurz auf und lässt so viel Wasser in das Waschbecken laufen, bis keine Luftblasen mehr im Schlauch sind. Schließen Sie den Hahn und begeben Sie sich in Ihre gewählte Einlauf-Stellung. Schieben Sie jetzt das Darmröhrchen einige Zentimeter tief (so dass der Hahn noch außen ist) in den Darmausgang und drehen den kleinen Hahn wieder auf. Lassen Sie nun so viel Wasser einlaufen, wie es sich gerade noch angenehm anfühlt. Schließen Sie den Hahn nach Einführen der Flüssigkeit und entfernen Sie dann das Röhrchen. Lassen Sie das Wasser (oder die entsprechende Flüssigkeit) einwirken, massieren Sie währenddessen Ihren Bauch gegen den Uhrzeigersinn. Nach etwa 5 bis 20 oder auch 30 Minuten wird das Wasser samt dem gelösten Darminhalt auf der Toilette wieder ausgeschieden.

Halten des Wassers:

Beim ersten Durchgang kann es sein, dass Ihr Darm nur wenig Wasser aufnimmt und sich schnell ein Druck bemerkbar macht. Nehmen Sie das Röhrchen dann heraus, gehen Sie zur Toilette und entleeren Sie sich, sofern Sie das Wasser wirklich nicht mehr halten können. Starten Sie dann einen erneuten Durchgang. Sie werden sehen, dass jetzt deutlich mehr Flüssigkeit in den Darm geleitet werden kann und Sie diese auch länger halten können. Wenn Ihr Darm schließlich einen Liter aufnimmt, ist das schon sehr gut. Bis zu 2 L Wasser können Sie sich steigern. Versuchen Sie ab dem zweiten Durchgang nicht sofort beim ersten Druck auf die Toilette zu eilen, sondern warten Sie etwa drei Peristaltik-Schübe ab, bevor Sie zur Entleerung eilen. Ein Peristaltik-Schub macht sich durch deutlichen Stuhldrang bemerkbar. Zwei bis drei Durchgänge sind empfehlenswert. Mehr als drei Durchgänge verbessern das Ergebnis jedoch nicht merklich.