Heilung der Darmflora

Bereits im Jahre 1907 geriet die Darmflora ins Visier der Öffentlichkeit. In diesem Jahr erhielt der russische Immunologe Ilja Metschnikoff den „Nobelpreis für Physiologie oder Medizin“ für seine bedeutenden Arbeiten über die Darmflora. Mithilfe der Gabe von lebenden Mikroorganismen sollten in einer Zeit, als Bakterien noch als krankmachend und gefährlich galten, die Zusammensetzung des Darm-Mikobioms beeinflusst und gesundheitsfördernde Effekte bei verschiedenen Magen-Darm-Erkrankungen erzielt werden. Über einhundert Jahre später wissen wir um den weitreichenden Einfluss einer gesunden Darmflora auf unser Immunsystem, Allergien, Autoimmunerkrankungen und eine Vielzahl anderer Erkrankungen.

Probiotika

Unter dem Begriff Probiotika fasst mandarmbakterien lebende Mikroorganismen zusammen, die, wenn sie in ausreichender Menge verabreicht werden, dem Wirtsorganismus einen gesundheitlichen Nutzen bringen. Bei einer Vielzahl von Erkrankungen haben Probiotika in Studien gezeigt, dass sie imstande sind die Darmgesundheit zu verbessern, aber auch die Immunfunktion zu unterstützen. Zu den vielleicht bekanntesten Probiotika gehören unter anderem die Bifidobakterien und Laktobazillen. Zahlreiche Wirkungen werden den Probiotika zugesprochen.

Dazu zählen:

  • Verbesserung der Darmbarriere durch Stärkung der Tight Junctions
  • Stimulierung der Schleimbildung im Verdauungstrakt
  • Günstige Beeinflussung des ph-Werts im Darm
  • Reduktion von entzündlichen Prozessen
  • Verminderung der allergischen Reaktion auf Nahrungsmittel
  • Schaffung eines ungünstigen Milieus für krankmachende Bakterien
  • Hemmung der Anheftung und des Wachstums krankmachender Keime
  • Verbesserung des Immunsystems durch Produktion darmspezifischer Antikörper
  • Produktion von antimikrobiellen Substanzen (u.a. Defensine)
  • Aktivierung von lokalen Immunzellen (u.a. Makrophagen)

Diese Punkte zeigen den weitreichenden Einfluss der Darmflora auf unsere Gesundheit auf.

Präbiotika

Neben den Probiotika gibt es auch noch die Präbiotika. ballaststoffeDarunter versteht man nicht verdaubare Nahrungsmittelbestandteile, die ihren Wirt günstig beeinflussen, indem sie das Wachstum und die Aktivität einer oder mehrerer Bakterienarten gezielt anregen. Mit anderen Worten versteht man unter Präbiotika Bestandteile der Nahrung, die unseren Bakterien als Futter dienen. Hierbei handelt es sich meist um Kohlenhydrate, aus denen der Mensch selber keine Energie gewinnen kann.

Diese Kohlenhydrate dienen aber den Bakterien unseres Darms als Nahrungsgrundlage. Diese können diese aufspalten und verwerten. Uns sind diese Kohlenhydrate meist als Ballaststoffe bekannt. Wir können diese nicht verwerten, unsere Darmbakterien hingegen schon.

Sofern wir in unserer Ernährung ausreichend Ballaststoffe haben, fördern wir mit diesen Präbiotika das Wachstum nützlicher Darmbakterien. Diese wiederum können daraufhin ihre Stoffwechselprodukte herstellen, die auf unseren Darm meist förderliche Eigenschaften haben. So werden die Darmbakterien durch eine ausreichende Zufuhr von Präbiotika beispielsweise dazu angeregt kurzkettige Fettsäuren zu produzieren. Zu den kurzkettigen Fettsäuren gehört unter anderem das Butyrat, welches eine antientzündliche und schützende Wirkung auf die Darmschleimhaut besitzt.

Wer profitiert von Probiotika?

Eine gesunde Darmflora ist entscheidend an der Gesundheit eines jeden Menschen beteiligt, da die Darmflora solch weitreichende Folgen auf den gesamten Organismus hat. Daher sollte bei jedem Patienten mit gesundheitlichen Beschwerden abgeklärt werden in welchem Zustand die Darmflora ist. Sofern die Darmflora in Mitleidenschaft gezogen ist, sollte ein Aufbau der Darmflora erfolgen. Man spricht hierbei von einer Symbioselenkung. Bei einer Symbioselenkung wird die Symbiose des Menschen zu den ihn besiedelnden Mikroorganismen wieder hergestellt. Mit anderen Worten wird die fehlerhafte Besiedlung des Darms korrigiert. Der Darm kann hierbei fehlerhaft besiedelt sein, weil nützliche Bakterien verdrängt wurden und krankmachende Bakterien sich entwickeln konnten. Dieser Zustand wird als Dysbiose bezeichnet. Hierbei ist das freundliche Miteinander zwischen Mensch und Bakterie verloren gegangen. Sobald die Symbiose durch einen Darmaufbau wieder erreicht ist, haben sich im Darm wieder überwiegend den Menschen freundliche Bakterien angesiedelt, so dass ein freundliches Miteinander erreicht wurde.

Brauchen Sie Probiotika oder Präbiotika? Ist Ihre Darmflora gestört? Hier können Sie mehr über die Untersuchung der Darmflora erfahren.